HALTUNG ZEIGEN – ERINNERN FÜR UNSERE ZUKUNFT – WÜRDIGEN – WERTSCHÄTZEN

Fakten setzen gegen rechte Hetze. Aufklären – und Tode Morde nennen.
Für eine Zukunft, in der die Menschenrechte für alle Wirklichkeit werden. Auf dieser Seite finden Sie nicht ausschließlich Stolpersteine, sondern auch andere Formen des Erinnerns: Berichte über Lebens- und Verfolgungswege, die die Grundlage für die anschließenden Verlegungen von Stolpersteinen bilden.

Außerdem: die erste STOLPERSCHWELLE in Deutschland (Bochum 2024, siehe weiter unten auf dieser Startseite) zur Erinnerung an verfolgte Homosexuelle, außerdem je eine Erinnerungstafel in den Gedenkstätten der ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald bzw. Dachau.

und Straßenbenennungen, Fotos von Verfolgten, Originaldokumente z.B. aus Justiz und aus Konzentrationslagern, Presseberichte, Literatur, einige kurze Film- und Radiobeiträge, usw.
Jürgen Wenke

Stolpern Sie mit dem Herzen!

WIR ERINNERN

an die Lebenswege von Männern, die in Deutschland als Homosexuelle ausgegrenzt, stigmatisiert, entrechtet, ermordet wurden. Einige der hier dargestellten Männer haben die NS-Zeit überlebt – und sie wurden nach 1945 weiter verfolgt. Auch deren Geschichte(n) finden Sie hier. Auf dieser Homepage sind auch die Lebenswege von (bisher) zwei lesbischen Frauen dargestellt: Dr. Gertrud Schloss aus Trier. Sie wurde u.a. mit einem Stolperstein in Trier gewürdigt. Die Schauspielerin Dorothea Neff aus Österreich wurde u.a. in Yad Vashem geehrt.

AKTUELL AKTUELL AKTUELL AKTUELL

VERBOTENE LIEBE – KURT BRÜSSOW – Fast TAUSEND TAGE AUSCHWITZ überlebt.

Ankündigung 27. Januar 2026: VERBOTENE LIEBE / in ZDF Info zum Auschwitz-Gedenktag

Vor sechs Jahren habe ich die zahllosen, sehr unterschiedlichen Spuren, die der Schauspieler und Auschwitz-Überlebende Kurt Brüssow (Stettin 1910-Seeshaupt/Penzberg, Bayern 1988) hinterlassen hat, in meiner Publikation „Was bleibt, wenn der Vorhang fällt.“ wie in einem Kaleidoskop zusammengefügt, um ihn zu würdigen.

Ein Mensch mit vielen, sehr vielen Facetten: Kreativität, Veränderungswillen und Veränderungsfähigkeit, politische Haltung und politisches Handeln, hohe Kommunikationsfähigkeit und ansteckende Überzeugungskraft, Widerstandsfähigkeit gegen Willkür bis zur fast tödlichen Konsequenz, gleichzeitig Zugewandtheit und starke familiäre Bindung und Verantwortungsübernahme: trotz oder gerade wegen (?) der jahrelangen Torturen, Quälereien und Folterungen und der Kastration in Auschwitz.

Es hat mich daher wenig überrascht, dass Brüssow auf diejenigen, die von diesem Lebensweg und seiner Widerständigkeit erfuhren, „ansteckend“ wirkte. Es freut mich sehr, dass zahlreiche Personen und Initiativen seine Geschichte oder Teile davon aufgegriffen haben, um sie weiterzuverbreiten.

Die Initiative zur Verlegung eines Stolpersteins für Kurt vor seinem geliebten Theater in Greifswald war nicht nur mir eine Herzensangelegenheit. Mit viel tatkräftiger Unterstützung gelang die Verlegung an seinem 110ten Geburtstag, dem 9. Dezember 2020 – trotz der starken Einschränkungen durch die Corona-Pandemiezeit.

Es folgten zahllose Beiträge in Hörfunk, Presse, in Büchern und Broschüren, als Podcasts, in einer bundesweiten Ausstellung, durch Schulprojekte, durch eine neu entwickelte „Theaterszene“, in der die Denunzierung von Brüssow aufgegriffen wurde und als Mittel der Auseinandersetzung im schulischen Zusammenhang eingesetzt wurde. Es gelang außerdem, noch einen Zeitzeugen zu finden und zu interviewen, der Kurt noch aus dem Jahr 1945 (!) kannte. Dieser Zeitzeuge ist inzwischen im hohen Alter von 97 Jahren verstorben.

Jetzt steht  ein weiterer Schritt zur Würdigung von Kurt auf dem Programm :

Im Rahmen der Serie „Verbotene Liebe“ (ZDF Info) wird am Auschwitz-Gedenktag, dem 27. Januar 2026 die dritte Folge („Queere Überlebende der NS-Diktatur”) gezeigt. Es freut mich, dass der Schauspieler Jannik Schümann und ich darin einem breiteren Publikum die Persönlichkeit und einige Stationen des Lebensweges von Kurt Brüssow näherbringen können.

Mein Dank gilt allen, die das ermöglicht haben!

Die Reihe findet sich in der ZDF-Mediathek, seien Sie so neugierig wie ich auf das Ergebnis!

Jürgen Wenke, im Dezember 2025

Jannik Schümann (33), Schauspieler und Jürgen Wenke (68), Biograph von Kurt Brüssow, in der Drehpause zu “Verbotene Liebe”, November 2025

2024: Erstmals in Deutschland : Verlegung einer STOLPERSCHWELLE für verfolgte Homosexuelle

Die STOLPERSCHWELLE wurde am 7. Juni 2024 ins Pflaster am Husemannkarree in Bochum am ehemaligen Standort des Landgerichtes Bochum verlegt.

Adolf Wilhelmi

23. Februar 2020/von homoadmin

Alex Schlüter

10. Oktober 2023/von homoadmin

Alfred Freudenberg

20. Oktober 2018/von homoadmin

Alfred Kremer

20. Oktober 2018/von homoadmin

Alfred Ledermann

23. Juni 2018/von homoadmin

Alfred Quaas

20. Oktober 2018/von homoadmin

Alfred Schneider

8. Dezember 2018/von homoadmin

Alfred Sigismund

20. Oktober 2018/von homoadmin

Anton Tappesser

19. August 2021/von homoadmin

Arthur Herrmann

20. Oktober 2018/von homoadmin

August Kaiser

23. September 2019/von homoadmin

August Zgorzelski

24. August 2018/von homoadmin

Carl Becker

23. September 2019/von homoadmin

Damian Reis

20. Oktober 2018/von homoadmin

Dorothea Neff

8. Januar 2025/von homoadmin

Engelbert Decker

22. Oktober 2025/von homoadmin

Ernst&Leo Salomon

20. Oktober 2018/von homoadmin

Ernst Papies

18. Juni 2018/von homoadmin

Franz Doms

8. Januar 2025/von homoadmin

Franz Joseph Koch

8. Dezember 2018/von homoadmin

Fredy Hirsch

18. Januar 2021/von homoadmin

Friedrich Heintze

6. Juni 2020/von homoadmin

Friedrich Wessel

8. Dezember 2018/von homoadmin

Fritz Goltermann

20. April 2022/von homoadmin

Fritz Stein

18. Juli 2022/von homoadmin

Gefängnis Bochum

5. Juni 2025/von homoadmin

Gerhard Klemens

23. Februar 2020/von homoadmin

Gerhard Krebs

29. Juli 2018/von homoadmin

Gertrud Schloss

19. August 2021/von homoadmin

Gustav Herzberg

16. Mai 2020/von homoadmin

Hans Anzel

8. Dezember 2018/von homoadmin

Hans Buxbaum

22. Juni 2021/von homoadmin

Hans Hagen

20. Oktober 2018/von homoadmin

Heinrich Barenberg

13. Juli 2018/von homoadmin

Heinrich Irsen

20. Oktober 2018/von homoadmin

Heinrich Kamps

24. August 2018/von homoadmin

Heinrich Wahle

8. Dezember 2018/von homoadmin

Heinrich Weidinger

22. April 2019/von homoadmin

Heinz Roosen

22. November 2021/von homoadmin

Hermann Hußmann

30. Oktober 2019/von homoadmin

Jean Horegard

20. April 2022/von homoadmin

Johannes Winkels

9. Dezember 2018/von homoadmin
Stolpersteinfoto Josef Traxl Zuerich 2020, neu

Josef Traxl

23. März 2021/von homoadmin

Josef Wesener

20. Oktober 2018/von homoadmin

Joseph Völker

20. Oktober 2018/von homoadmin

Julius Schmidt

20. Oktober 2018/von homoadmin

Karl Paul Paetzel

20. Oktober 2018/von homoadmin

Kurt Brüssow

23. Februar 2020/von homoadmin

Kurt Koch

5. August 2022/von homoadmin

Lothar Keiner

20. Oktober 2018/von homoadmin

Ludwig Fels

20. Oktober 2018/von homoadmin

Max Glass

22. Juni 2021/von homoadmin

Max Penz

20. Oktober 2018/von homoadmin

Max Sander

10. Oktober 2023/von homoadmin

M. und V. Billmann

9. Februar 2023/von homoadmin

Michael Weyerer

23. September 2019/von homoadmin

Oskar Nagengast

20. Oktober 2018/von homoadmin

Otto Kühlen

13. Juni 2023/von homoadmin

Otto Mannesmann

14. November 2025/von homoadmin

Otto Meinecke

20. Oktober 2018/von homoadmin

Paul Friederich

23. August 2018/von homoadmin
Stolperstein Paul Hamme

Paul Hamme

29. April 2023/von homoadmin

Peter Jöcken

20. Oktober 2018/von homoadmin

STOLPERSCHWELLE

16. Januar 2024/von homoadmin

Tafel Buchenwald

18. Januar 2025/von homoadmin

Tafel Dachau

10. März 2025/von homoadmin

Theo Brockmann

11. Oktober 2023/von homoadmin

Walter Braumann

29. Juli 2018/von homoadmin

Werner Bangert

20. Oktober 2018/von homoadmin

Wilhelm Erdmann

20. Oktober 2018/von homoadmin

Wilhelm Güte

9. Dezember 2018/von homoadmin

Wilhelm Hünnebeck

7. Januar 2020/von homoadmin

Willi Kühlen

28. Mai 2021/von homoadmin

Wilhelm Zitschka

1. Februar 2020/von homoadmin

Willi Heckmann

23. Februar 2020/von homoadmin

Willi Schlüter

29. April 2022/von homoadmin

Benennung von öffentlichen Straßen

Straßen oder Plätze zu benennen nach Homosexuellen, die im Nationalsozialismus verfolgt wurden, das ist in Deutschland bisher sehr selten geschehen. Es fehlen bis auf wenige Ausnahmen die Initiativen, entsprechende Anträge an die politischen Gremien in den Städten oder Gemeinden zu stellen, so dass positive Beschlüsse durch die gewählten VolksvertreterInnen getroffen werden könnten.

Hier finden Sie (bisher zwei) Städte, die mit Beschlüssen und Umsetzungen der Beschlüsse vorbildlich vorangegangen sind und damit gezeigt haben, dass sie das Defizit im öffentlichen Gedenken erkannt haben und diesem Defizit durch die
Straßenneubenennungen begegnet sind.

STOLPERSTEINE FÜR HOMOSEXUELLE UND DIE EINZIGE STOLPERSCHWELLE sowie weitere Gedenkorte für verfolgte Homosexuelle ÜBERSICHTSKARTE

Hier sehen Sie eine Übersicht der bisher auf dieser Website dokumentierten Stolpersteine (Marker ist jeweils ein Rosa Winkel).

Außerdem die bundesweit erste und bisher einzige STOLPERSCHWELLE für verfolgte Homosexuelle (Bochum) sowie die STOLPERSCHWELLE für die Häftlinge des Bochumer Gefängnisses “Krümmede” (Lage beider STOLPERSCHWELLEN: in Bochum. Der Marker ist jeweils ein kleines Regenbogenquadrat).

Zwei Straßenbenennungen (Lage: In Bochum und in Dortmund, Marker ist ein schwarzes Straßensymbol) und zwei Erinnerungstafeln in den Gedenkstätten der ehemaligen Konzentrationslagern Buchenwald bei Weimar und Dachau bei München (Marker ist jeweils ein Quadrat mit dem Bild von Krematoriumsöfen).

Da im Bereich Ruhrgebiet sehr viele Marker auf der Karte vorhanden sind, empfiehlt es sich, die Karte entsprechend zu vergrößern.

2023: Auschwitz-Gedenktag am 27. Januar

“Es ist mir wichtig, dass wir heute der Menschen gedenken, die wegen ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität verfolgt wurden. Teil unseres Gedenkens ist, dass Überlebende hier im Parlament ihre Stimme erheben und uns von ihrem Leben und Leiden berichten. Die letzten Überlebenden dieser Opfergruppe sind verstorben, ohne dass wir sie gehört haben. Ihre Geschichte müssen andere erzählen”.  Ein kurzer Auszug aus der Rede der Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, zitiert aus: “Verfolgung, Widerstand, Selbstbestimmung”, Seite 62 f., Autoren: Lücke, Mangold, siehe auch Literaturliste auf dieser Homepage.

“Die Bundesrepublik hat insgesamt einfach viel zu lange gebraucht, um sich vom Nazi-Unrecht zu verabschieden. Sie hat zu spät rehabilitiert und zu lange öffentliche Anerkennung verweigert. Das macht mich insgesamt noch immer wirklich sehr undankbar.” Prof. Martin Lücke im o.g. Buch, Seite 33

Bitte beachten: Diese Homepage ist keine Datenbank aller Stolpersteine, die vom Künstler Gunter Demnig zur Würdigung von Homosexuellen je verlegt wurden. Sondern: Diese Homepage enthält die Personen-Recherchen meiner zwanzigjährigen Arbeit. Diese Recherchen habe ich  dann anschließend genutzt für die Initiierung und Verlegung von Stolpersteinen für Homosexuelle. In einigen Fällen habe ich Menschen unterstützt bei Ihrem eigenen Bestreben, Recherchen über eine verfolgte Person zu machen und anschließend damit einen Stolperstein selbst zu initiieren.

Jürgen Wenke

Seite aktualisiert am 7.6.2025