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Wir erinnern an August Zgorzelski, Willi Kühlen und dessen Bruder Otto Kühlen

August Zgorzelski; geboren am 31. Mai 1904 in Duisburg, gestorben 8. Januar 1944 im KZ Buchenwald

Wilhelm (genannt Willi) Kühlen; geboren am 12. Juni 1912 in Mönchengladbach, gestorben 1945, genaues Datum unbekannt

Otto Kühlen; geboren am 20. März 1914 in Mönchengladbach, gestorben am 16. Oktober 1941 in Wuppertal-Ronsdorf

Willi Kühlen, Soldat, ca. 1944, Foto privat

Wilhelm (genannt: Willi) Kühlen, geboren am 12. Juni 1912 in Mönchengladbach, evangelisch, ausgeübte Tätigkeiten: Verkäufer, später als Artist, dann als Magazinverwalter im Baugeschäft bezeichnet. Zweimal in Duisburg verurteilt wg. homosexueller Kontakte: Erstmals im Mai 1938 (6 Wochen) gemeinsam verurteilt mit August Zgorzelski, der eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten erhielt. Die zweite Verurteilung von Kühlen erfolgte am 5. Oktober 1939 (2 Jahre Gefängnis). Diese zweite Haftstrafe verbüßte er im Moorlager Neusustrum/Papenburg (Emsland-Lager) und im Zuchthaus Celle. Bei Strafende am 5.10.1941 Entlassung. Der bis dahin Ledige kehrte nach Duisburg zurück, heiratete am 8.9.1942 die Kontoristin Elisabeth Susanna Mohr. Zum Zeitpunkt der Heirat war er „Soldat im Felde“. Scheidung der Ehe am 5.6.1944 in Berlin. Kühlen gilt als Wehrmachtsvermisster, genauer Todeszeitpunkt und Ort des Todes unbekannt, letzte Nachricht im März 1945.

Quelle: Akte Zgorzelski im Landesarchiv Duisburg, BR _1111_00233

August Albert Zgorzelski, geboren 31. Mai 1904 in Duisburg, Arbeiter, Schmelzer bei Krupp in Rheinhausen, erste Verurteilung in Duisburg (23.5.1938) wg. eines homosexuellen Kontaktes (mit Willi Kühlen) zu einem Jahr und 3 Monaten Gefängnis; außerdem während der Haftzeit Verurteilung (12.5.1939) durch das sog. „Erbgesundheitsgericht Bochum“ zur Unfruchtbarmachung wegen „angeborenen Schwachsinns“. Erneute Verurteilung vom Landgericht Duisburg am 15.8.1941 wegen mehrerer homosexueller Kontakte zu 2 Jahren und 6 Monaten Gefängnishaft unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Im selben Verfahren Verurteilung des Heinrich Kamps.

Haftverbüßung von Zgorzelski im Gefängnis Anrath. Nach voller Verbüßung der Haft nahm die Duisburger Polizei ihn am 18.8.1943 in „Vorbeugehaft“ und deportierte ihn am 7.10.1943 in das KZ Buchenwald. Dort als Rosa-Winkel Häftling (Nr. 13204) ermordet am 8. Januar 1944, angebliche Todesursache: Magen- und Darmkatarrh

Otto Kühlen, Soldat, um 1939/40, Foto privat

Max Otto Kühlen, geb. am 20. März 1914 in Mönchengladbach, Maurer, Heirat 1936, 2 Kinder: eine Tochter und einen Sohn. Im zweiten Weltkrieg Soldat; im Februar 1941 wegen unerlaubter Entfernung von der Truppe bestraft zu drei Monaten Gefängnis. Verbüßung der Strafe im Gefängnis Germersheim/Rhein. Im September 1941 wegen Fahnenflucht vom Kriegsgericht der 156. Division in Wuppertal zum Tode verurteilt. Vollstreckung des Urteils am 16. Oktober 1941 um 7.45 Uhr auf dem Schießplatz in Wuppertal-Ronsdorf. Zunächst Beisetzung in einem Reihengrab, später Beisetzung in einer Ehrengrabanlage auf dem Kommunalfriedhof in Wuppertal-Ronsdorf als eine von 33 Personen.

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Wir erinnern an Wilhelm Kühlen und dessen Bruder Otto Kühlen und August Zgorzelski

Presse / Medien

Mannschaft.com Stolperstein für schwules NS-Opfer in Duisburg 29.11.2022
Mannschaft.com Neuer Stolperstein für schwules NS-Opfer in Duisburg 11.12.2022
Mannschaft.com Stolpersteine für die Brüder Kühlen in Duisburg, 16.4.2024 (PDF)
Mannschaft.com Stolpersteine für die Brüder Kühlen in Duisburg, 25.4.2024 (PDF)
WAZ Duisburg, 27.4.2024 "Aus nichtigen Gründen ermordet" (PDF)
Magazin Fresh Mai 2024, Bericht Stolpersteinverlegung 25.4.2024 (PDF)
NRZ Duisburg 12.12.2022 Stolperstein für Willi Kühlen

Bildarchiv und Zeitdokumente

Bitte zum Vergrößern auf die Abbildungen klicken.

Kein weiteres Bildmaterial vorhanden

Was wissen wir über Willi Kühlen?

Was wissen wir über August Zgorzelski?

Was wissen wir über Otto Kühlen?

Die Kurztexte neben den obigen Fotos von Willi Kühlen, August Zgorzelski und Otto Kühlen geben nur einen ersten, sehr komprimierten Überblick über die Lebens- und Verfolgungsgeschichten der drei Männer. Wie es dazu kam, dass August Zgorzelski nach 2 Verurteilungen wegen homosexueller Kontakte im KZ Buchenwald starb, während Willi Kühlen zunächst nach 2 Verurteilungen wegen homosexueller Kontakte wieder “in Freiheit” kam,  das alles finden Sie in dem ausführlichen Gesamtbericht “Wir erinnern an … “, der hier in der linken Spalte (rosa Button) als pdf zum Runterladen vorhanden ist.

Anhand von Fotos, zahlreichen Briefen und Liebesbriefen, Originaldokumenten aus Strafakten und aus dem Konzentrationslager Buchenwald werden die Lebenswege von Willi Kühlen und August Zgorzelski in einer ausführlichen “Geschichte” dargestellt.

Im dritten Teil enthält der ausführliche Bericht  auch die Geschichte des kurzen Lebens von Otto Kühlen, der als “Fahnenflüchtiger” hingerichtet wurde. Auch hier ergänzen Fotos der Familie Kühlen und Briefe von Otto an  Eltern und Geschwister den Text und lassen ein Gesamtbild der Verfolgung sichtbar werden.

Fotogalerie von der Stolpersteinverlegung am Freitag, den 9. Dezember 2022 in Duisburg

Quellen und copyright der Fotos der obigen Fotogalerie: Uwe Köppen, Stadt Duisburg (alle Fotos mit Personen); Jürgen Wenke (die beiden Fotos des Stolpersteines mit Rosen umkränzt.)

Fotogalerie von der Stolpersteinverlegung am Donnerstag, den 25. April 2024 in Duisburg

Quellen und copyright der Fotos der obigen Fotogalerie: Ilja Höpping, Stadt Duisburg (5 Fotos obere Reihe); Jürgen Wenke (2 Fotos untere Reihe)

Zu den Stolpersteinen für August Zgorzelski und Willi Kühlen

Am letzten Wohnort von August Zgorzelski in Duisburg, (ehemals Obermauerstr. 81) wurde am 12. Sept. 2018 ein Stolperstein zur Würdigung und Erinnerung an August Zgorzelski verlegt von dem Künstler und Schöpfer der Stolpersteine, Gunter Demnig. Das ehemalige dortige Wohnhaus sowie Großteile der Duisburger Innenstadt wurden im zweiten Weltkrieg zerstört. Die jetzige Lage des Steines für Zgorzelski ist auf dem Fußweg „Rabbiner-Neumark-Weg“ in Höhe der Stadtmauerreste an der Junkernstraße.  Die Patenschaft für den Stolperstein zur Erinnerung an August Zgorzelski hat die Duisburger Bundestagsabgeordnete, Frau Bärbel Bas, übernommen.

Die Verlegung eines Stolpersteins zur Würdigung von Willi Kühlen war ursprünglich für Dezember 2020 geplant am Standort Flachsmarkt 7/Ecke Poststraße (Nähe Rathaus) in Duisburg. Aufgrund von Corona-Einschränkungen wurde die Verlegung verschoben und fand am Freitag, den 9. Dezember 2022 statt. Die Patenschaften für die Stolpersteine  für die Brüder Willi und Otto Kühlen hat der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link übernommen, der auch an den Stolpersteinverlegungen 2022 und 2024 teilnahm. Neben zahlreichen Interessierten waren auch Angehörige der Familie Kühlen bei der Veranstaltung dabei.

Initiative zu den Stolpersteinen, Forschung/Recherchen und Bericht zum Leben von Wilhelm und Otto Kühlen und August Zgorzelski stammen von Jürgen Wenke, Diplom-Psychologe, Bochum. Maßgebliche Unterstützung leisteten das Dezernat des Oberbürgermeisters, Referat für Gleichberechtigung und Chancengleichheit der Stadt Duisburg und das Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie der Stadt Duisburg sowie das Duisburger Stadtarchiv. Den Angehörigen der Herkunftsfamilie von Wilhelm und Otto Kühlen gebührt Dank für die Offenheit, die Würdigung ihrer Verwandten durch Erinnerungen, Zurverfügungstellung von Dokumente und Fotos zu unterstützt zu haben.

Gedankt sei der Patin, Frau Bas (Stolperstein Zgorzelski),  und dem Paten, Herrn Oberbürgermeister Sören Link für die Übernahme der Patenschaften. Gedankt wird den Stadtarchiven in Duisburg,  Essen und Mönchengladbach, dem Kreisarchiv in Viersen, dem Landesarchiv in Duisburg, dem Archiv der Gedenkstätte Buchenwald sowie zahlreichen weiteren Personen und Institutionen, die die Forschung unterstützt haben. Dem Jugendring Duisburg sei gedankt für die Planung und Organisation der Verlegung.

Weitere Stolpersteine in Bochum (10), Dortmund (1), Düsseldorf (1), Duisburg (1), Essen (1), Gelsenkirchen (4), Hattingen (1), Krefeld (1), Kreuztal-Kredenbach/Kreis Siegen (1), Remscheid (3), Solingen (1), Trier (2), Velbert (1), Witten (2) und Wuppertal (2) zur Erinnerung an verfolgte Homosexuelle sind bereits verlegt worden, weitere Stolpersteine werden folgen.

Zu dem Stolperstein für Otto Kühlen

Die Stolpersteinverlegung zur Würdigung von Otto Kühlen erfolgte am Donnerstag, den 25. April 2024. Dieser  Stolperstein hat seinen Platz neben dem Stolperstein für seinen Bruder Willi Kühlen.

Auch die Patenschaft für den Stolperstein zur Erinnerung an Otto Kühlen hat der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link übernommen.

Zum Ort: Eine Nichte (Jg. 1931, gestorben 2022) der Brüder hat mündlich und aus eigener Erinnerung bestätigt, dass der Ort Flachsmarkt 7 ein Wohnort der Mutter der Söhne Willi und Otto Kühlen war. Für Willi Kühlen wurde auch in einem Gefängnisdokument dieser Ort schriftlich festgehalten. Daher sind die Stolpersteine für Willi Kühlen und seinen Bruder Otto an diesen Ort gelegt worden.

Stolpersteine für Willi Kühlen (verlegt 2022) und Otto Kühlen (Verlegung 2024).

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Stolperstein für August Zgorzelski

Lage des Stolpersteins: Der Stolperstein für August Zgorzelski liegt auf dem Fußweg “Rabbiner-Neumark-Weg” im Bereich der alten Stadtmauernreste etwa in Höhe Junkernstraße. (siehe Markierung auf dem Foto)

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